Squadra aktuell:

CRAFT BIKE TRANSALP CHALLANGE

Timos & Peppys Abenteuer über 587 km und 19147 hm

Alpen, 20.07.14 [PVO] - Am 18.07.2014, ca 04:00 Uhr begann mit der Anreise nach Oberammergau, dem Startort, Timos und meine CRAFT BIKE TRANSALP CHALLANGE 2014. In der Unterkunft angelangt, begannen die Vorbereitungen an Material und Ausrüstung für den Start am 20.07.2014. Noch ein wenig einrollen, Gepäck klar machen und die letzten Maßnahmen am Bike durchführen. So ging es am Sonntag um 10:00 Uhr dann endlich los. Die erste Etappe verlief über 97 km und 2215 hm einem uns ehr liegenden Profil von Oberammergau nach Imst. Mit über insgesamt 600 2er-Teams begab sich das riesige Feld bei drückend heißen Temperaturen auf die Strecke. Die hatte alles zu bieten, was man sich unter einem anspruchsvollen Bike-Marathon vorstellt. Wir schlugen uns ganz gut in dem Bewusstsein, dass noch sechs Tage vor uns liegen würden. Gegen Ende der Etappe hat uns in ein und derselben Abfahrt gleich zweimal der Defektteufel ereilt. Erst hatte mir ein Stein den Ventilverschluss am Hinterrad krummgeschlagen – platt. Dann wenige 100 m später ein plattes Vorderrad. Die Behebung hat uns bestimmt um die zehn min gekostet. Wir erreichten nach 4 h 58 min als 104. von 206 Teams (in der Männerwertung) wohlbehalten das Ziel. Gepäcktransport zur Unterkunft, Wahrnehmung Massagetermin, Pastaparty, Material prüfen und so schnell wie möglich ab ins Bett.

Die zweite Etappe führte mit Start um 09:00 Uhr über 87 km und 2917 hm von Imst nach Nauders. Das Wetter an diesem Tag war grausam! Es regnete die ganze Etappe hindurch mit der Folge, dass die Streckenbedingungen dementsprechend schlecht waren. Beim Anstehen in diversen Streckenverengungen in den Bergen haben wir gefroren bis die Zähne klapperten. An der Streckenverpflegung wurde mittlerweile heiße Brühe ausgegeben! Auch das Material hat entsprechend gelitten. So verschlissen die Beläge meiner Hinterradbremse derart schnell, dass ich quasi ohne richtige Bremswirkung die Etappe beenden musste. Zwar waren alle Passagen zusammen mit der noch funktionierenden Vorderradbremse fahrbar, aber ein mulmiges Gefühl war immer mit dabei. Nach 5 h 39 min im Dauerregen erreichten wir als 114. von 196 im Rennen befindlichen Herrenteams das Ziel. Glücklicherweise hatten wir die Unterkunft direkt nahe der Zielankunft. Schade nur, dass unser Gepäck zum Zeitpunkt unserer Ankunft in der Bleibe nicht dort war. So lagen wir nach einer heißen Dusche schnatternd unter der Bettdecke, bis wir nach ca. einer Stunde Klamotten zum anziehen verfügbar hatten. Auch hier erfolgte die Nachbereitung wie am Vortag. Allerdings war ein umfangreicherer technischer Service an den Bikes erforderlich.

Mit der dritten Etappe stand nun die Königsetappe der diesjährigen Austragung von Nauders nach Naturns auf dem Programm. Bei wieder gutem Wetter waren mit Start um 08:00 Uhr knackige 100 km mit 3300 hm zu bewältigen. Auch an diesem Tag hielten wir uns im Rahmen – insbesondere meiner beschränkten Kletterfähigkeiten – noch zurück. Timo hatte an diesem Tag ordentlich Dampf und ballerte auf den flachen Teilabschnitten das ein oder andere Loch zu voranfahrenden Gruppen mit über 40 km/h zu, sodass wir nicht zu zweit im Wind bleiben mussten. Wir konnten deshalb auf den flacheren Stücken zwischen den beiden markanten Anstiegen in gut laufenden Gruppen die Strecke bis zum nächsten Anstieg zügig und kräftesparend überbrücken. Nach 6 h 45 min erreichten wir als 96. von 190 im Rennen befindlichen Herrenmannschaften das Ziel. Die heutige Massage tat dem entsprechend weh und Timo hatte mit seinem Masseur einen innigen Freund für die nächsten Tage gewonnen, der ihm sehr gerne diverse Knoten aus den seitlichen Oberschenkeln drückte, was allerdings schmerzverzerrte Gesichtszüge bei Timo auslöste. Mit etwas an die 4500 kcal Verbrauch wurde das Essen zu einer ständig begleitenden Tätigkeit, insbesondere nach der Ankunft. Doch soviel man sich in der Zielverpflegung und auf der Pastaparty auch hineindrückte, um 03:00 Uhr morgens wurde man aufgrund eines knurrenden Magens wach und behalf sich mit einem Recovery-Drink.

Die vierte Etappe über 73 km und 2600 hm von Naturns nach Sarntal hatte nach anfänglich einigen kleineren Anstiegen und einem Flachstück einen richtigen Brocken parat. Von Sinich bei etwa Kilometer 33 ging es hinauf zur Vöraner Alm bei Kilometer 55, das war kein Kindergeburtstag und ich brauchte – wie schon die letzten Tage – die komplette Übersetzung die ich an meinem Bike zur Verfügung hatte 22/36 (22 ist aber das vermeidlich „große“ Blatt!)! Von dort ging es in einer langen Abfahrt zum Ziel nach Sarntal. Langsam hielten wir uns nicht mehr so sehr zurück und erreichten das Ziel nach ziemlich genau 5 h als 84. von nunmehr 185. verbliebenen Teams. Dann stand mal wieder ordentlich Carbo-loading auf dem Programm. Erst auf der Pastaparty und dann auch noch Halbpension, sodass wir heute auch bei der Nahrungsaufnahme an unsere Grenzen stießen.

Am 24.07.2014, meinem 44. Geburtstag, ging es bei der fünften Etappe über 67 km mit 2700 hm von Sarntal nach Kaltern. Auch diese Etappe hielt ein ordentliches Highlight bereit, vor dem wir gesunden Respekt hatten. Eine wirklich sehr anspruchsvoller Downhill über 1800 hm hinab ins Etschtal! Da stank es mal wieder ordentlich nach heiß gelaufenen Bremsen. Timo und ich meisterten aber auch diese Herausforderung und ließen – wo möglich – ordentlich laufen ohne ein zu hohes Risiko einzugehen. Hier hatte sich irgendwann Timos Beläge der Hinterradbremse völlig verabschiedet, sodass er eigentlich nur noch auf den Metallaufnahmen der Beläge bremsen konnte, die im Übrigen im Ziel derart geschmolzen waren, dass auch die Jungs am Shimano-Stand ihren Spaß hatten. Zudem hatte sich dann auch noch der Bremssattel an Timos Bike gelöst und es ging eine Befestigungsschraube verloren. Wir konnten aber alles behelfsmäßig fixieren. Auch an diesem Tag war ein größerer technischer Service notwendig. Neue Beläge und neue Scheibe mussten durch die äußerst tatkräftigen Jungs vom Shimano-Stand verbaut werden. Bei der seltenen Befestigung der Bremse an Timos Rahmen konnte uns zum Glück ein anderes Team mit einer Ersatzschraube aushelfen. In der Summe der schrecklichste Geburtstag in meinem Leben! Insbesondere Mental war dieser Tag für mich eine besondere Herausforderung. Wir erreichten das Ziel nach 4 h 52 min als 91. Es befanden sich noch 180 Männerteams im Wettbewerb. Nun war dringende Erholung angesagt!

Am Folgetag erwarteten uns auf der sechsten Etappe noch einmal 98 km mit 2900 hm von Kaltern nach Trento bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen. Aus verkehrstechnischen Gründen waren die ersten 15 km neutralisiert, wobei wir uns aber aus unserem Startblock B sehr gut bis in die vorderen Plätze fahren konnten. Dann ging es über eine alte Bahntrasse moderat hinauf, wo wir ein gutes Tempo fuhren bzw. mitgehen konnten. Mittlerweile hatte man das Gefühl es ging eigentlich nur noch hoch. Nach den eigentlichen Anstiegen folgten immer wieder kleinere Rampen, die zum Teil mit der Scheibe gefahren werden konnten. Aber auf die Distanz und Zeit merkte man auch diese sehr. An diesem Tag erreichten wir das Ziel nach 5 h 32 min als 77. von mittlerweile noch 177 Teams. Die Verpflegung der Pastaparty – typisch italienisch – war an diesem Tag besonders zu empfehlen.

Die Schlussetappe wartete mit scheußlichen Bedingungen auf. Es regnete seit der Nacht. In der Startaufstellung standen nur Räder. Die Teilnehmer verdrückten sich auf dem schönen Domplatz in Trento in alle möglichen Torbögen oder unter Vordächer. Leider kein schöner Abschluss der Veranstaltung. Die Gesichter waren überwiegend nicht mehr von Begeisterung geprägt. Sie zeigten deutlich die Strapazen der letzten Tage und die Knochen Einiger waren von Stürzen gezeichnet. Gels und Isogetränke konnte eigentlich keiner von uns mehr sehen. So erwartete man den letzten Start der diesjährigen TRANSALP CHALLANGE. Unter diesen Bedingungen standen uns abschließend nochmal 62 km mit 2200 hm bevor. Die Strecke war eine Katastrophe und diesmal war es nicht nur ich, der vor sich hin Fluchte. Unfahrbare Passagen zwangen zum Schieben des Rades in tiefem Morast. Auf den Waldwegen flossen einem in der rechten Spur Bäche und in der linken Schlammrinnsale entgegen. Pfützen die fast bis zur Höhe der Naben reichten, aber tretend durchfahren werden mussten, wollte man nicht hineinfallen. Abgesoffene Wiesen bei deren Überquerung man den Eindruck hatte man überfährt einen Boden mit Teppichkleber. Rundum eine tolle Veranstaltung an diesem Tage!!! Nach überfahren des Monte Bondone stand noch ein Anstieg an, bevor es ab Braila eine Asphaltabfahrt in Richtung Riva del Garda ging. Diese war mir aus vorangehenden Urlauben und der Teilnahme an der Marathonveranstaltung am Gardasee noch gut in Erinnerung. Hier ließen wir mal richtig brennen und konnten einige Teams, die uns an den vorangehenden Anstiegen abgehängt hatten, wieder auffahren bzw. in der Abfahrt abhängen. Auf dem dann folgenden Flachstück wurde dann nochmal ordentlich mit Dampf gekreiselt und ein paar weitere Kontrahenten verdreht. Total vermoddert, kaputt aber glücklich erreichten wir nach 4 h 24 min als 82. der verbliebenen 170 Teams das Ziel. Zum Glück war Timos Frau Anna dort, sodass wir mit einem liebevollen Empfang nach all diesen Strapazen am Zielort begrüßt wurden. Mein ganz besonders treuer Freund Timo – der mich über all die dunkelen Momente hinweg begleitete, aufbaute, schob (der ist ja auch annähernd 20 Jahre jünger als ich ;) und anspornte – und ich landeten auf einem 85. Gesamtplatz der Herrenwertung und einem 135. in der Overallwertung aller im Ziel befindlichen Teams (Damen, Mixed, Master, Grandmasters).

In der Gesamtbetrachtung eine toll organisierte Veranstaltung mit einem besonderen Flair. Die Teilnahme an einem der – wenn nicht dem – härtesten MTB-Wettbewerb muss man sich gut überlegen und sich solide vorbereiten. Das ist keine Sache für einfach mal mitfahren. Das ist kein Zuckerschlecken, sondern eine ordentliche Schinderei! Unsere konditionellen Fähigkeiten hätten in den Anstiegen besser sein können, was allerdings in Verbindung mit einer zeitgleich gefahrenen Straßensaison und dem nicht vorhandenen Gelände (fehlende +10 km lange Anstiege) hier bei uns schwierig zu realisieren ist. Technisch waren wir gut aufgestellt, sodass uns dort keine Probleme entstanden sind aber wir letztlich auch nirgends hätten schneller runter fahren können. Fazit: Eine Erfahrung, die man mal gemacht haben kann.

Gruß Peppy & Timo

Podiumsplatz für die Squadra

Patrick wird 3.

Oberbruch, 06.07.14 [PVO] - Am 06.07.2014 ging in Oberbruch wieder Rund. Im Feld der Senioren war aufgrund der zeitgleich stattfindenden Deutschen Meisterschaft eine geringere Anzahl von Sieganwärtern am Start. Kurz vor dem Rennen verschaffte den Fahrern ein Schauer nasse Streckenbedingungen. Mit dem Start ließ der Regen nach und die ersten Runden wurden dennoch entsprechend behutsam angegangen. Die vom Veranstalter platzierten Prämien wurden hart umkämpft. Entscheidende Ausreißversuche gelangen nicht. Erst eine Soloattacke von Uwe Nepp ca elf Runden vor Ende des Rennens erschien erfolgsversprechend. Der Fahrer Grünewald aus Spich setzte beherzt nach. Ihm folgen konnte Patrick. Die Beiden schlossen nach ca. einer Runde zum Vorausfahrenden Uwe Nepp auf. Die dreier Spitzengruppe wechselte sich mit hohem Tempo gut ab, um nicht wieder vom Feld eingeholt zu werden. Dort waren es Heinz Häusler und Stephan Schruff, die intensive Verfolgungsarbeit leisteten. Zum Glück für Patrick jedoch ohne Erfolg. Innerhalb der letzten Runden gelang es Jörg Mölls aus Krefeld sich aus dem Feld zu lösen und in beeindruckend starker Fahrweise innerhalb von zwei Runden zur Spitze aufzuschließen. Die nun vier Fahrer Starke Spitzengruppe sollte nun auch den Sieger stellen. Geschlossen ging es in die letzte Runde und auf der langen Gerade vor der Zielkurve war es wiederum der Fahrer Mölls, dem es gelang Patrick vor der entscheidenden letzten Kurve zu überholen. Auch Grünewald konnte noch vorbei ziehen, sodass auch in dieser Reihenfolge die Ziellinie überquert wurde. Dritter von vier war jetzt nicht das, was sich Patrick vorgestellt hatte, ließ sich aber nicht vermeiden. Auf zum nächsten Mal.

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